SUP World Cup 2013 in der Hafen City

Ein Hallo in die sportliche ( Diabetiker ) Welt. Mein Name ist Arndt, ich habe ein Alter von 44 Jahren erreicht, davon 43 Jahre als Typ I Diabetiker. Ich nutze noch klassisch die ICT, also ohne Pumpe oder CGM.

Eigentlich bin ich ja Radfahrer

Ich habe im Sommer eine neue Sportart für mich entdeckt. Bente, Ilka, Finn und viele andere waren ja beim Lauf zwischen den Meeren schon auf dem Wasser mit dem Board und dem Paddel unterwegs. Im Juli haben wir uns dann im Stadtpark in Hamburg zum Stand Up Paddling oder kurz SUP verabredet und haben Erfahrungen auf dem Stadtparksee und angrenzenden Kanälen gesammelt. Es ist super einfach zu Erlernen. Man balanciert mit den Füßen und Beinen das Board und mit den Armen paddelt man, ähnlich wie beim Kanufahren, nur im Stehen.

 

Anleitung zum Paddeln von Victor

 

Seitdem ich das erste Mal auf dem Board stand, hat mich das Fieber gepackt. Habe mir mehrmals ein Board über SUPco im Stadtpark gemietet und bin gepaddelt. Es macht Riesenspass durch die Hamburger Kanäle wie Goldbek- oder Osterbekkanal mit dem Board zu paddeln.
Oder auch mal auf der Ostsee in Pelzerhaken, wo das Wasser schon um einiges kabbeliger ist.

SUP trainiert viele Muskelgruppen, besonders die gelenknahen Muskeln im Fuß- Knie- und Oberschenkelbereich, da die Beine und Füße ständig den Körper auf dem Board ausbalancieren müssen. Ich war im Winter wegen meiner 2 Knochenbrüche beim Rehasport, wo
ich viele propriozeptive Übungen ausführen musste, um die Tiefenmuskulatur zu kräftigen.
Dieses kann ich jetzt einfach auf dem Board machen.

SUP gibt Kraft in den Armen, man kann Kurzstrecke oder auch mehrere Kilometer paddeln. Es ist vor allem auch erholsam, weil man sich in etwa mit Schrittgeschwindigkeit fortbewegen kann. Wie jede andere Sportart gewinnt man beim Paddeln Kondition, ich sehe das Paddeln auch als ideale Ergänzung zum Schwimmen, gerade weil ich ja beim Triathlon im Juli die 1500 m durch die Binnenalster geschwommen bin. Link zum Bericht.
Schwimmen sollte man schon können, für den Fall der Fälle eines Falls vom Board. Man kommt mit ein bisschen Übung wieder sehr schnell zum Stehen.

Um vor Unterzuckerungen gewappnet zu sein, habe ich mir beim Schwimmen flüssigen Traubenzucker mit Kinesiotape auf das Steißbein geklebt. Bei größeren Touren habe ich einen Rucksack mit Kohlenhydraten dabei, habe bisher allerdings noch keine Erfahrungen, wie sich ein Blutzuckermessgerät beim Fall ins Wasser verhält.

SUP ist diesen Sommer sehr populär in Hamburg geworden, zusätzlich gibt es eine SUP – Yoga – Bewegung, bei der man die Asanas nicht auf der Matte, sondern auf dem Board ausführt. Wer schon einmal Power Yoga praktiziert hat, erkennt bestimmt schnell die Übungen wieder. Hier ein paar Beispiele:

Dieses Wochenende fand der Camp David SUP World Cup in der Hafencity statt. Bastian hatte vor einigen Wochen mal ein Foto in unserer facebook Gruppe ‘Powered by insulin’ gepostet.
Da sagte ich noch nein, jetzt noch nicht. Aber je näher der Termin rückte und je öfter ich auf dem Board stand, desto mehr reizte es mich schon, mitzumachen. Am Freitag bin ich dann zur Anmeldung gegangen, habe nach Voraussetzungen gefragt, die man erfüllen müsse und habe mich dann auch wegen des sonnigen Wetters und dem Zusammentreffen mit Robby Naish angemeldet.

Die Boards gab es gestellt. Ich bin dann aufs Wasser mit einem aufblasbarem Naish Board
und stellte fest, das das Wasser um einiges kabbeliger war als am Stadtparksee.
Bin zu den Bojen gepaddelt und hatte gleich einen Trainer zur Seite, der mir zeigte, wie man gut um die Bojen kommt. Wie bei den Profis sah das allerdings noch nicht aus.

Für alle Fahrer gab es ein Rider Band:

und ein Renn-Lycra:

Am Samstag hieß es dann: Antreten um 14 Uhr im fünften Heap zur 500m Sprintdistanz. Immer 8 Paddler waren in einem Heap. Mein BZ war vor dem Rennen auf 43 mg/dl gesunken, deshalb habe ich kräftig Kohlenhydrate zugelegt. Habe mir das Amateur  – Finale der Frauen über die 500m vorher angesehen und festgestellt, das man in einer Reihe sitzend oder knieend starten muss.

Das hatte ich vorher nicht auf dem Plan und nicht geübt und ich dachte mir: Jetzt musst du vor versammelter Menge über dich hinauswachsen. Die Hose, die du dir ausgewählt hast, ist ein bisschen zu gross, aber trage sie bis zum Ende.
Ich hab es dann geschafft, zum Stehen zu kommen und bin gepaddelt. Stellte schnell fest, das ich achter von acht war, hab mir auch gesagt: Ruhe bewaren, vielleicht noch den vor mir überholen ( nur die ersten 4 kommen weiter ). Die erste Boje habe ich umkurvt, die zweite auch, an der dritten musste ich aussen vorbei, an der vierten musste ich wieder wenden, was mir, ohne Reinzufallen geglückt ist.
So umqueren die Profis die Boje:

Die ersten waren schon im Ziel und paddelten zurück. Mit einem bin ich dann zusammengeprallt, weil er einen Moment lang unachtsam war. Dadurch fiel ich ins Wasser. Jetzt musste ich vor versammelter Menge wieder aufs Board kommen, leichter gesagt als getan. Die Profis können das wesentlich schneller.
Dann musste ich auch noch mein Paddel suchen, kam wieder zum Stehen und wurde vom Moderator und vom Publikum richtig angefeuert, das Phänomen, wenn einer auf dem Boden liegt, wird er in Hamburg wieder hochgeholt. So kam ich ins Ziel, war völlig platt, wünschte mir, mich würde das Boot der Rettungswache mitnehmen. Bin dann doch noch zum Einstieg zurückgepaddelt. Hätte noch in einem Hoffnungslauf starten können, worauf ich aber verzichtete.

Mein BZ hinterher lag auch nur bei 93 mg/dl. Dafür gab es dann eine Riesenportion Eis.
Anschließend habe ich noch Antje getroffen und wir haben uns die Finale in der Sprintdistanz der Männer angesehen.

Ich habe auf jeden Fall eine Menge Erfahrung gewonnen, hatte die Gelegenheit auf der Elbe zu paddeln. Weiß jetzt, wo ich was verbessern kann. Meine relativ spontane Entscheidung
wurde belohnt. Wir, Bente, Ilka, Finn, Ann-Katrhin, Antje und viele andere werden sicherlich noch einmal zusammen SUPen, denn: Du Kannst mehr als Du denkst.

Arndt

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