Tauchen mit Diabetes

Während meiner Weltreise im August 2012 musste ich leider feststellen, dass man als Diabetiker nicht “einfach so” zum tauchen zugelassen wird.

In meinem Fall war es so, dass ich in Australien an Bord eines Schiffes war, dass zum schnorcheln und tauchen ins Great Barrier Reef fuhr. Bei der Anmeldung zum tauchen wurde ich direkt darauf hingewiesen, dass ich mit Diabetes nur schnorcheln, nicht tauchen dürfe. :/ Sehr schade… So wurde ich an diesem Tag nicht zu tauchen zugelassen, hatte aber zum Glück das Gefühl, dass ich beim schnorcheln nicht viel verpasst habe (ich habe u.a eine Wasserschildkröte gesehen)

 

schnorcheln im Great Barrier Reef

Schnorcheln ist wunderbar! Es ist ein unbeschreibliches Gefühl in diese ganz andere und farbenfrohe Unterwasserwelt einzutauchen und sich darin zu verlieren. Man fühlt sich schwerelos und vergisst bei all den schönen Korallen und Fischen schnell die Zeit. In einigen Gebieten kann es warscheinlich manchmal sogar besser sein als tauchen. Trotzdem war ich ein bisschen entäuscht, da ich mich ungerne einschrenken lasse und  gerne neue Sportarten ausprobiere. Diese dürfen auch gerne mal ungewöhnlich oder ein bisschen extrem sein. Auf meiner Reise musste ich mich nun erst einmal damit abfinden, dass ich erstmal keinen Tauchkurs machen konnte. Schade, da man die Kurse beim reisen häufig auch um einiges günstiger als in Europa bekommt.

Hin und wieder habe ich mal von anderen Diabetikern gehört, dass sie unter besonderen Bedingungen doch zugelassen wurden. Nun weiß ich  -> ES GEHT! Wir dürfen tauchen :)

Ein “go” für den Tauchschein ist aber an ein paar Bedingungen geknüft, die ich für sinnvoll halte. Ein Unterzuckerung unter Wasser kann schwerwiegende Konsequenzen mit sich führen und das will sicher keiner von uns.

Wenn ihr diese Bedingungen erfüllt, sollte eurem Tauchtraum nichts mehr im Wege stahen.

  • ein Atest vom Arzt, dass ihr gut eingestellt sein und in den letzten 12 Monaten keine Entgleisungen (nach oben oder unten) hattet und der HbA1c sollte <9% liegen
  • es dürfen keine Folgeerkrankungen vorliegen
  • ihr müsst über 18 sein
  • eine gewisse körperliche Fitness
  • frühestens ein Jahr nach Beginn der Insulintherapie

Nun fehlt nur noch das Ticket ins Taucherparadies :)

 

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6 Comments On This Topic
  1. klaeui
    15. Juni 2014

    Das Problem sind ja nicht wir. Sondern die Veranstalter die null Ahnung vom Diabetes haben, resp. viel zu viel falsche Informationen.
    Es gab da mal eine Gesundheitssendung im Schweizer Fernseher die zum Thema Sport mit Diabetes eine Taucherin begleitete. Nur leider nicht mehr auffindbar :/

  2. Iris
    15. Juni 2014

    Hi Bente, schade, dass du so eine Erfahrung machen musstest. Ich bin selbst Typ 1 und tauche inzwischen seit 10 Jahren regelmäßig unfallfrei und bin noch an keiner Tauchbasis und bei keinem Tauchkurs “abgelehnt” worden. Wenn du Fragen hast, dann beantworte ich sie dir gerne :)

    • Bente Blender
      15. Juni 2014

      Hi Iris, dass ist sehr motivierend zu hören.
      Ich komme gerne mal auf dein Angebot zurück :)

  3. Alisa
    15. Juni 2014

    Meine Tauchärztin, bei der ich zur TTU war, hatte keine Einwände mir das OK zum Tauchen zu geben, allerdings unter der Bedingung, dass meine Tauchgänge nicht länger als 40 Minuten gehen sollten, um nicht uW von einer Hypo überrascht zu werden.
    Ich hatte das Glück, dass mein Tauchlehrer hier in Dtl auch ein 1er war. Von ihm hab ich gute Tipps bekommen zum Tauchen mit Typ1, spezielle Handzeichen für Hypos usw, und den Tipp Glucose-Gel mitzunehmen, das kann man notfalls nämlich auch uW gut schlucken.

    • Bente Blender
      15. Juni 2014

      Danke für deine Erfahrungen, Alisa! Wo hast du denn in Deutschland deinen Tauchkurs gemacht?

  4. Alisa
    15. Juni 2014

    Hallo Bente, ich komme zwar aus der Nähe von Frankfurt, hab meinen Kurs aber in Ibbenbüren in NRW gemacht, da gibt es einen Tauchpark mit einer tollen UW-Landschaft, kann ich weiterempfehlen:)
    Hast du deinen Tauchkurs denn noch gemacht?

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