Vom “Penner” zum “Pumpi” – erste Eindrücke und Schulung

Vom “Penner” zum “Pumpi” – erste Eindrücke und Schulung

Nach knapp 20 Jahren ICT und BBT habe ich mich von einer Insulinpumpe überzeugen lassen! WHAT?! Schon seit Monaten und Jahren versuchten meine Dia-Freunde mich von den Vorteilen einer Pumpentherapie zu überzeugen, lange Zeit allerdings erfolglos. Ich wollte mich einfach nicht an ein Gerät binden und verkabeln lassen. Ich genoss die Freiheit, die mir die Pens gaben und fand eine Pumpe für mich nicht notwenig. (Ich weiß, dass ich mit dem Gefühl nicht die einzige im Dia-Land bin ;)) Nach vielen Gesprächen und Überzeugungsversuchen u.a. beim Hamburger Stammtisch und anderen Dia-Veranstalltungen, habe ich mich Ende letzten Jahres darauf eingelassen “die Pumpe” einmal zur Probe zu tragen. Gesagt – getan und gemerkt -> es ist ja gar nicht so schlimm….! Trotzdem habe ich noch weitere 6 Monate gebraucht, bis ich mir wirklich sicher war. Sobald ich es bei meiner Diabetes Beraterin ausgesprochen hatte, ging es dann aber wahnsinnig schnell. Wir stellten gemeinsam den Antrag, ich reichte meine Tagebücher ein und nur 3 Wochen später hielt ich ganz verwundert aber glücklich die Bestätigung der Krankenkasse zur Kostenübernahme in den Händen. Ein paar Tage später konnte ich die Pumpe dann schon bei meinem Diabetologen abholen.

Meine Schulung habe ich stationär im AK Rissen in Hamburg gemacht. Durch einige up und downs bei der Einstellung bin ich ganz froh darüber, dass ich in der Zeit in der Klinik war und einfach sehr herzliche und kompetente Berater an meiner Seite hatte. Nachdem mir die Pumpe “angelegt” wurde, reagierte mein Körper sehr empfindlich auf das Insulin und ich war die ersten 2-3 Tage in einer Dauer-Hypo. Nachdem wir meinen Insulinbedarf fast halbiert hatten, stabilisierten sich meine Werte und ich konnte es gar nicht glaube, wie genau man die Basiseinstellung hinbekommen kann. Ich ging nun mit 120mg/dl ins Bett und wachte mit 122mg/dl wieder auf. Wahnsinn. Adieu Dawn Phänomen! Alles lief perfekt und ich mochte es selbst kaum glaube, da rutschte ich innerhalb von 24 Stunden 3 mal in eine Ketoazidose. Das eine Mal war es ein abgeknickter Teflonkatheter, die anderen beiden Male waren aber nicht plausibel erklärbar. Vielleicht ein Haarriss im Schlauch, ein Knick irgendwo, vielleicht nimmt diese Stelle das Insulin nicht an,… es war einfach nicht ersichtlich. Leider passierten mir diese Ketos genau an dem Tag vor meiner Abreise und ich muss leider sagen, dass mich das sehr verunsichert hat. Mir war vorher einfach nicht bewusst, wie abhängig man mit einer Pumpe von der funktionalität der Technik ist. Mit der BBT hat man zumindest immer die Basis im Körper. Wenn aber der Katheter abgeknickt ist und kein Insulin im Körper ankommt hat man ganz schnell einen absoluten Insulinmangel und katapultiert sich in eine Keto.

Ich bin jetzt seit ca 2 Wochen wieder zuhause und möchte noch einmal dem netten Team dort “DANKE” sagen und mich für die vielen netten und hilfreiche Gespräche bedanken. Ich muss mich noch immer etwas an das Leben mit Pumpe gewöhnen, hatte seit dem aber keine fiesen unerklärlichen Überzuckerungen mehr und werde immer rechtzeitig den Katheter wechseln :)

Selfi mit Pumpe :)

Selfi mit Pumpe :)

6 Comments On This Topic
  1. Andrea Liebig
    23. August 2014

    Weiterhin viel Glück mit der Pumpe. Ich trage eine Pumpe seit 1984 (!) und könnte mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Meine Schwangerschaft hätte ich sonst so nicht überstanden! 3fache Menge Insulin bei halbierter BE- Zahl! Es gibt Momente, da kann auch ich verzweifeln, wegen unerklärlichen Werten von weit über 300, aber sie sind zum Glück selten! Ansonsten geniesse ich jeden Augenblick dieser Freiheit!

    • Bente Blender
      23. August 2014

      Danke für die motivierenden Worte Andrea!

  2. Sascha
    23. August 2014

    Welcome to the Pleasuredome. Lass dich nicht unterkriegen,wie bei den Pens & Nadeln dauert´s auch bei der Pumpe & Katheter ne Weile bis man sein Dreamteam gefunden hat. Ich hatte Anfangs auch auf Teflon gesetzt. Erschien mir irgendwie logisch. Dünner, flexibler….. etc. Aber im echten Leben hatte ich mit den Teflon Dingern öfters Probleme. Bin halt ein Stahl Junge :-). Ausprobieren !! Rinse & Repeat.

    • Bente Blender
      23. August 2014

      Danke Sascha. Ich glaube auch, dass ich nochmal andere Katheter ausprobieren muss. So richtig rund läuft es mit den Teflon-Dingern noch nicht… :/

    • quizzmaster
      23. August 2014

      Ich bin auch so ein Stahl-Jünger. Hab Teflon auch erst ausprobiert, aber ich hatte recht schnell keine Lust auf die, doch recht dicken, Führungsnadeln mehr.. Zumal Stahl auch etwas gesünder für die Haut sein soll. Bin recht zufrieden, auch wenn Stahl doch etwas häufiger piekst als Teflon.

  3. klaeui
    23. August 2014

    So ich komme jetzt auch mal zum kommentieren :)
    Glückwunsch zur Pumpe und viel Vergnügen.
    Ich kann dir nur sagen, dass ich in den letzten 2.5 Jahren nie Porbleme mit der Pumpe durch einen defekten Schlauch oder Katheter hatte. Wenn dann eher durch die Elektronik oder meinen Körper der sich gegen den Katheter gewehrt hat. Und nimms locker wenn du mit dem Schlauch mal irgendwo hängen bleibst. Auch das vergeht ;)

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